…oder kurz gesagt unsere nachhaltige Hochzeit …

Heiraten ist schön – da sind sich die meisten Frauen einig 🙂

Die traditionelle österreichische Hochzeit ist groß, laut, flüssig und teuer… und alles im allem bedeutet das oft eine mittlere ökologische Katastrophe. Die Gastgeschenke sind oft aus Plastik und „Made in China“, das Brautkleid bewegt sich preislich meist im 4-stelligen Bereich, obwohl die Machart weit weg von hochqualitativen Materialien und Handarbeit ist, der Blumen vom Brautstrauß und der Tischdeko sind aus einem Gewächshaus aus Holland und, und, und…. Mir stellt sich die Frage, will ich so heiraten?

Sollte es nicht ein Fest der Liebe sein, wo auch die Liebe zur Natur ein Teil davon sein sollte?

Für mich und meinem Mann lautet die Antwort auch darauf „JA freilich“ (wie man im Oberösterreichischen so sagt für ja natürlich)

Darum haben wir bei unserer Hochzeit vor 2 Jahren einige Dinge berücksichtigt:

Zu aller erst haben wir bei den Einladungen ein recyceltes Papier gewählt. Das glänzt zwar nicht so wunderschön, wie ein beschichtetes Papier, aber sein wir uns ehrlich: Wer behält sich die Einladungen für eine Hochzeit als Deko-Gegenstand auf? Meist hängt sie nur so lang am Kühlschrank bis der Tag der Hochzeit gekommen ist und dann wandert sie in eine Schublade, weil sie zum wegschmeißen zu schade ist.

Bei meinem Hochzeitskleid fiel die Wahl auf das Brautkleid meiner Mutter. Beim Ausmisten in meinem Elternhaus ist es mir untergekommen, dann habe ich es sofort probiert und ich wusste das ist es. Meine Eltern haben in den 70ern geheiratet und genau in diesem Stil wollte ich ein Kleid. Es ist etwas ganz Besonderes: Zum Einen hat es damals meine Mama schon getragen, zum Anderen ist es eine maßgeschneiderte Handarbeit! Und bei der Anprobe hat man definitiv gemerkt, dass ich die Tochter meiner Mutter sein muss. Wir haben/hatten exakt dieselbe Körpergröße und Proportionen. Für mich war das ein Zeichen und ich musste keine Entscheidung zwischen einer Vielzahl von Tüll- und Polyesterkleidern treffen.

    

Zu den Blumen: Da wir im September geheiratet haben und ich die Herbstblumen liebe, war es klar, dass ich einen saisonalen Brautstrauss wähle. Einfache Bestellung bei der Floristin: Bunt soll er sein und mit saisonalen Blumen. Das Resultat hat mich vom Hocker gehauen!

Gastgeschenke sind so eine Sache … nie kann man es allen recht machen und in den frühen Morgenstunden, wenn der ein oder andere schon ein Gläschen zu viel hatte, werden sie oft vergessen. Darum dachte ich mir einfach – tu deinen Gästen etwas Gutes und schenk ihnen einen Apfel, denn wir wissen ja alle „an apple a day keeps the doctor away“ 🙂 – und nach einer durchzechten Nacht helfen Vitamine wieder auf Vordermann zu kommen.

Die Location, das Maria Treben Haus in Schlüßlberg, war unsere erste und letzte Wahl 😉 Für uns war wichtig, dass es in der Nähe ist und die Leute nicht irgendwo übernachten müssen. Außerdem fühlen wir uns dort wohl und die Gastgeber sind sehr gastfreundlich. Auf den Punkt gebracht: Wenn die Energie an einem Ort gut ist, dann wirst du es spüren – und genau so war es 😉

Das Wichtigste auf einer Hochzeit ist natürlich das Essen, was sonst!? Da haben wir uns für ein thailändisches Buffet entschieden … hmmm wird sich jetzt der Eine oder Andere denken „das ist aber nicht sehr nachhaltig und green!?“ – naja aber es ist nun mal so, dass die Hausherrin vom Maria Treben Haus Payao Friedl eine Thailänderin ist und begnadet gut kochen kann. Wir lieben thailändisches Essen und da sind wir wieder beim nachhaltigen Gedanken – es ist gesund, scharf und gut… außerdem lieben wir es – wie schon gesagt 😉

Als Nachspeise gab es Kuchen von den Freunden und Verwandten und dafür möchte ich mich auf diesem Weg noch mal herzlich bedanken. Ich finde es gibt nichts besseres als eine selbstgemachte Mehlspeise – da ist mir ganz egal ob sie vegan, glutenfrei oder sonst etwas ist – schmecken muss sie und süß muss sie sein 😉 Die traditionelle Hochzeitstorte mit Tonnen von Rollfondant (die weiße Marzipanarteige Glasur- falls das wer nicht kennt ;)) überzogen ist nicht so unseres und darum haben wir einfach darauf verzichtet … und obwohl gesellschaftlich natürlich das Anschneiden der 3-stöckigen Hochzeitstorte ein spannendes Ritual ist, wobei sich offenbart, wer die Hosen in der Ehe anhat, haben wir uns dagegen entschieden… einerseits weil sie uns nicht schmeckt und andererseits, weil’s niemanden was angeht, wer die Hosen anhat :P:P:P

Naja und das waren jetzt so die Hauptmerkmale unserer Green Wedding… aber natürlich ist sie noch immer nicht voll abbaubar und mit einem reinen grünen Fußabdruck gekennzeichnet – sie war statt einer mittleren ökologischen Katastrophe nur eine kleine ökologische Katastrophe… 🙂

Aber eines weiß ich, wir haben uns Gedanken gemacht und uns nicht rücksichtslos dem Konsumrausch hingegeben. Denn das ist sicher – beim Heiraten geht immer noch MEHR:   Mehr Geld, Mehr Leute, Mehr Essen, Mehr Trinken, Mehr Blumen, Mehr Ballons, Mehr Glitzer, Mehr Geschenke…..

…..aber bedeutet das mehr LIEBE?