Kennt ihr das: Der Yogalehrer leitet einen an in die Meditation zu kommen und das einzige Gefühl, was in einem hochkommt ist Aggression und Rastlosigkeit?

Warum ist das so? Yoga sollte doch entspannen und den Geist zur Ruhe bringen? – Stimmt vollkommen, jedoch fällt es uns in dieser schnelllebigen Zeit sehr schwer einmal abzuschalten.

Früher war ich auch gefangen in diesem Muster, alles auf einmal zu machen oder überall zu sein, sonst könnte ich ja etwas versäumen. Bis ich Yoga entdeckt habe. Dann war es aber genauso, dass ich am Anfang nicht abschalten konnte und mich eine Yogaeinheit sogar aggressiv machte und ich danach nicht entspannt sondern richtig geladen war. Es dauerte eine Zeit bis sich mein Geist und mein Körper an die Ruhe gewöhnen konnten und ich Kraft daraus ziehen konnte.

Ich beobachte das Phänomen auch manchmal bei meinen Teilnehmern: Zuckende Augen oder Schweißausbrüche während einer Meditation sind Anzeichen von innerer Unruhe.

Manchmal ist der Grund dafür, die falsch gewählte Yoga-Art. Es gibt eine Vielzahl von Yogastilen und auf ein paar davon möchte ich hier nun eingehen, damit es euch leichter fällt das richtige für euch zu finden:

  • YIN-Yoga – hier geht es darum die Asanas sehr lange zu halten und in seinen Körper hineinzuspüren. Je länger man eine Asana hier hält desto mehr komtm man zu sich und in die Entspannung. Einige von euch werden sich jetzt schon denken „Hilfe“ 😉 Ja und es ist auch so, dass YIN-Yoga nichts für jemanden ist der immer in Bewegung sein muss oder immer im Stress ist. Das lange Halten erfordert Konzentration und auch HIngabe. Dies kann ich nicht erreichen, wenn mein Gedankenrad die ganze Zeit auf Hochtouren läuft. Darum würde ich diese Kurse nur jemanden empfehlen, dem es leicht fällt abzuschalten und der mit Meditation schon Erfahrung gesammelt hat.
  • Bikram-Yoga, oder auch Hot Yoga genannt, ist gerade voll im Trend und hat den Zahn der Zeit getroffen. Das ist genau richtig für „trendy people“, die schwitzen wollen und wo was weiter gehen soll. Hier ist auch der Abnehmeffekt schnell zu sehen. Worum geht es dabei: Es werden immer die gleichen Abfolgen von Asanas in einem heißem (ca. 35-40 Grad)Raum praktiziert. Sehr schweißtreibend und effektiv, was die Körperformung angeht. Für Yogaeinsteiger, denen eine normale Yogaeinheit aggressiv macht ist dies genau das richtige, denn bei Bikram-Yoga hast du gar keine Zeit um aggressiv zu werden, weil du die ganze Zeit beschäftigt bist 😉
  • Hatha Yoga – Das Wort setzt sich aus Ha, dass in Sanskrit Sonne bedeutet, und Tha, der Mond, zusammen. Habe auch schon gehört, dass Ha für die weibliche Seite und Tha für die männliche Seite in uns steht. Zusammengefassst geht es darum beide Teile ins Gleichgewicht zu bringen. Hatha Yoga ist im europäischen Raum weitverbreitet und fast alle Kurse mit einfachen Namen wie, „Yoga“ :), „Yoga für alle oder jeden“, „Yoga für Anfänger und Fortgeschrittene“, ist meist Hatha Yoga. Die Kurse setzen sich aus Yogaübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation zusammen. Das heißt hier ist für jeden was dabei. Ideal geeignet für Einsteiger 🙂
  • Flow Yoga oder auch fließendes Yoga genannt sind Yogakurse bei denen die Yoga-Asanas zur Musik passend aneinander gereiht werden und eine Choreographie entsteht. Wenn Musik und Yoga sich hier vereinen ist das ganz etwas besonderes und du wirst mit Leichtigkeit abschalten und deinen Flow entdecken. Ideal für Musikbegeisterte und Tänzer. Wichtig: Taktgefühl erforderlich, sonst kann das ganze recht stressig werden.
  • Ayurveda Yoga ist der Stil, den ich praktiziere und auch lehre. Grundsätzlich handelt es sich hierbei auch um eine Art von Hatha-Yoga, jedoch ist das ganze mit dem Wissen von Ayurveda noch kombiniert. Ayurveda bedeutet das Wissen vom Leben und man unterscheidet zwischen 3 Doshas. Jeder von uns ist anders und benötigt auch im Yogaunterricht etwas anderes. Im Ayurvedayoga wird versucht eine ausgleichende, abwechslungsreiche Yogapraxis zu vermitteln. Die einerseits schweißtreibend und beruhigend zu gleich ist. Dieser Yogastil ist für jeden geeignet, da verschiedene Ausführungen und Varianten vorgezeigt werden und der Teilnehmer selbst wählen kann, was für ihn das richtige ist. Nicht jeder Tag ist gleich und manchmal braucht man mehr Entspannung als Anspannung und dies können die Teilnehmer bei Ayurveda Yoga selbst bestimmen.

Das waren nun ein kleiner Auszug von unterschiedlichen Stilrichtungen in Yoga – es gibt aber noch eine Vielzahl mehr und auch dieses sind es Wert ausprobiert zu werden 🙂

Aber das wichtigste ist, die Chemie muss stimmen! Wenn du und der Yogalehrer oder die Yogalehrerin nicht auf einer Wellenlänge seit, dann wird dir auch der Yogaunterricht nicht gefallen. Darum ist es wichtig nicht gleich das Handtuch zu werfen, sondern vielleicht wem anderen eine Chance zu geben.

Mein nächster Yogakurs für Anfänger und Fortgeschrittene startet im Jänner immer Dienstags von 19:00-20:00 Uhr und ich freue mich auch auf neue Gesichter, die einmal Yoga ausprobieren wollen.

In diesem Sinne Namasté!